S’Nochtal mochen – wie bitte?

Auf meinen neuen Job als Koch im THERESA habe ich mich im Vorfeld schon sehr gefreut. Koffer in Deutschland gepackt und ab ging’s. Da komm ich in Österreich an und schon der erste sprachliche Stolperstein. Unser Küchenchef Stefan spricht vom S’ Nochtal. Ich frage mich ist das eine traditionelle Zillertaler Speise oder ein mir unbekannter österreichischer Ausdruck für ein Fleischteil? Ist es aber weder noch, wie man mir gleich darauf erklärte. Mir stand das Fragezeichen wohl eindeutig ins Gesicht geschrieben.

„Nochtal“ leitet sich vom Zillertaler „Nocht“ ab, was für Nacht steht und beschreibt das Abendessen.

Nach anfänglichen sprachlichen Startschwierigkeiten finde ich es aber echt spitze, dass im THERESA so viel Wert auf den Dialekt gelegt wird. Es ist einfach authentisch und zeigt die Verbundenheit zum Zillertal. Auch unsere Gäste schätzen das sehr, wenn sie immer wieder etwas Neues dazulernen und der Dialekt verschwindet auf diese Weise auch nicht.

Und dazugelernt habe ich bisher wirklich schon viel. Als ich zum ersten Mal richtiges „zillachtolerisch“ gehört habe, war es natürlich sehr ungewohnt. Ich habe mir aber dabei gleich gedacht, dass es eben die Mentalität und Kultur der Zillertaler repräsentiert. Familie Egger war von Anfang an immer bereit, alles zu erklären und den - ich nenn es jetzt ganz salopp - Zillertaler „Lifestyle“ zu teilen. Selbstverständlich hat es etwas gedauert bis ich alles verstanden haben, denn besonders in der Küche gab es viele „Fremdwörter“ neu zu entdecken. Diese Bezeichnungen finden sich ja auch in unserer Speisekarte wieder, dazu hat auch Stefan in seinem Beitrag schon berichtet. Diese Bezeichnungen finden aber nicht nur darin Verwendung, wir verwenden diese in der Küche. Ich mittlerweile natürlich auch. Am stärksten nutze ich natürlich die Küchenbegriffe bzw. den Mundart Wortschatz der mit dem Kochen zu tun hat.

Die Tomate kommt als „Paradeiser“ auf den Teller, der Blumenkohl als „Karfiol“ in das Schaumsüppchen, die Kartoffel begleiten als „Erdäpfel“ das Schnitzel, hinter den „Rohnen“ verbergen sich die roten Rüben und hinter dem „Kren“ der Meerettich. Die „Fisolen“, besser bekannt als grüne Bohnen, sind die ideale Beilage zu den heimischen Wildspezialitäten und die Pfifferlinge finden als „Eierschwammerln“ im eben danach benannten Schwammerlgulasch mit Knödel ihre perfekte, schmackhafte Verwendung.

Dazwischen gemogelt haben sich bei mir auch die ganz üblichen Redewendungen. Nach einer gewissen Zeit hier, kommt man daran gar nicht mehr vorbei 😉 Und das ist ganz schön „bärig“ (=super, gut)!

THERESA-Beitrag von Koch Christian

Koch Christian

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben